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Im Jahre 2001 kam sie an unsere Schule.
Dazwischen unterrichtete sie hauptsächlich Mathematik, Physik und Technik.
Im Jahre 2010 verließ sie unsere Schule wieder.

Und dies in "drei Akten":
 

1. Akt:

Wann:   Mittwoch, den 20. Januar 2010.
Wo:      Mensa der Realschule.
Was:     Gemeinsames Mittagessen des Kollegiums während der ganztägigen Zeugniskonferenz.
Warum: "Ausstand" von Ulla Rempel:














2. Akt:

Wann:   Freitag, den 22. Januar 2010.
Wo:      "Nachsitz-Tischgruppe" vor dem Lehrerzimmer der Realschule.
Was:     Offizieller Abschied von der Schülerschaft.
Warum: Die SV verabschiedet Ulla Rempel. Annika Zoons (10 a) trägt ein
            Gedicht vor, Schülersprecherin Nadine Ahrens (8 a) überreicht einen
            Buchgeschenkgutschein, ihre Stellvertreterin Sabrina Barth (10 b)
            einen bunten Blumenstrauß:





3. Akt:

Wann:   Freitag, den 29. Januar 2010.
Wo:      Im Konferenzzimmer der Realschule.
Was:     Offizieller Abschied vom Kollegium.
Warum: Ulla Rempels letzter Tag an der Städtischen Realschule Übach-Palenberg.

Nach der Verteilung der Zeugnisse an die Schülerinnen und Schüler und einer Dienstbesprechung mit Vorstellung zweier neuer Kollegen verabschiedeten sich Schulleitung und Kollegium ab der 4. Unterrichtsstunde von der lieben Kollegin, wie die Bilder zeigen:





Dieser offizielle Abschied umfasste neben einer kleinen Ansprache des
Schulleiters Herrn Heinrichs zwei "Höhepunkte":
- das Gedicht "Penthesilea", gedichtet und vorgetragen von Georg Gemünd:
 


Penthesilea


Liebe Ulla,


Mein Gott, wie nur ist die Zeit so schnell vergangen,
Im Sommer damals, hör‘ noch, wie die Vögel sangen!
Neun Jahre sind’s her, dass wir beide hier gestartet,
Doch wir stellten fest, kein Schüler hat auf uns gewartet.
Wie rasch uns die Eleven alle Illusionen nahmen…
Ja, so ist das gewesen im lang vergang’nen Jahre 2001,
Meine Wenigkeit hatte zumindest ein Zweites Staatsexamen,
Du aber, liebe Ulla, hattest derlei leider keins!

 

       Quereinsteiger – oh je! – oh je! – oh je! Oh weih!
Manche nennen solche Pädagogen gerne Kuckucksei…
Und was vor Dir lag wie ein gewaltiger Spagat:
Großfamilie zuhaus‘ und hier ein Referendariat!
Und – ach – wie musst Du so tief gelitten haben
Unter jenen, die man gerne „Fachleiter“ nennt,
Wir kennen alle diese besserwisserischen Knaben,
Vor denen man am besten gleich ins Weite rennt!

 

Doch wer geglaubt, Du gäbest nun gar auf,
Alles nähme den erwartet trüben Lauf,
Der sah sich schnell und tief getäuscht von Dir,
Du kannst für Deine Ziele streiten wie ein Stier!
Unerschütterlich im Glauben, dass Kampf sich lohne,
Erschienst Du uns in Rüstung und hoch zu Pferde,
Erfülltest Deine Pflichten fest wie eine Amazone,
Dass aus dem Schülerhaufen ein kultivierter werde!

 

       Und der Amazone stehen ihre Fächer zu Gesichte gut,
Brennt doch in ihr der Rechenknechte Feuerglut,
Die am Ende überraschend eine Lösung finden – immer,
Haben sie auch von der Wahrheit keinen Schimmer!
Umgürtet mit einem Panzer aus festen Naturgesetzen,
Behelmt von des großen Wissens sich’rer Macht,
So lernten wir, Deine Begeisterung hoch zu schätzen,
Rittest rasselnd Du an uns vorbei zur nächsten Schlacht.

 

Warst als Amazone nicht wählerisch in Deinen Waffen,
Rücktest in Mathematik zu Leibe den armen Schüleraffen,
Mit tiefer Stimme, strenger Hand und festem Willen,

Konntest Du den Wissendurst der Kundschaft stillen,
Warst immer offen für Neues, auch im täglich‘ Unterricht.
Scheutest keine Experimente, in Physik und Arbeitsformen,
Setztest Gruppen gerne auf den Flur, leise oder nicht,

Störtest dabei auch Historiker bei Napoleon und Staatsreformen.


 

        In Technik ließest Du die Deinen schrauben, sägen, bohren
                                  Und nachsitzen jene, die Du zu Lieblingen hattest auserkoren.
                                  Der Dummheit botest Du allzeit und dauernd die harte Stirn,
                                  An Deiner Prinzipien Schilde zerschellt‘ so manches Schülerhirn!
                                  So warfst Du nieder jene dumme, gewalt’ge Griechenschar,
                                  Die von unbedarften Eltern rücksichtslos geboren,
                                  Ihr Heer scheint unendlich und permanent erneuerbar,
                                  Die die Grundschul‘ schon häufig macht zu tumben Toren.

 

Als Kollegin wurdest Du fast zu jeder Zeit ganz unentbehrlich,
Von uns kann kaum jemand messen oder sägen – ganz ehrlich!
Du repariertest alles – Kopierer, auch Tacker und defekte Locher,
Von Computern reichte Dein Repertoire bis zum Campingkocher!
Und herrlich konnte man mit Dir stets diskutieren, gar streiten,
Über alle Themen: den Unterricht, Irrtümer und die Konfession,
Im Kampfe zeigtest Du uns ganz offen Deine besten Seiten,
Das muss der Neid Dir lassen: Überzeugung bedeutet Dir Passion!

 

       Verdient machtest Du Dich auch um das Schulprogramm,
Führtest eine Klasse zum Abschluss-Ziele stramm,
Musstest viele, viele Kilometer am Tage unermüdlich fahren
In Deinen hier von Tapferkeit geprägten Arbeitsjahren.
Und weil es sinnlos ist, wie jeder gute Akademiker wohl weiß,
der je in seinem Leben eine Amazone vergebens um Gnade bat,
Und Du manche Schlacht für uns gestritten mit Erfolg und Fleiß,
Wählten wir zur Strafe Dich auf den Schleudersitz: den Lehrerrat!

 

Doch wie sinnlos scheint die Arbeit eines bemühten Lehrerrats,
Kommt doch jede köl’sche Weisung in Form eines Attentats!
Mittlerweile dauert der Wahnsinn hier auch noch Stunden länger
Und uns hier unten an der Front wird es immer bang und bänger!
Die da oben scheinen nur auf die Elternmeinung wert zu legen
Und alle Kollegen müssen spuren – ausgebeutet, gar entmündigt,
Stehen in der mittäglichen Pause die Lehrer in Schnee und Regen,
Wenn die Bezirksregierung willfährig sich an ihrem Personal versündigt!
 

 

       Aber, liebe Ulla, da hilft nur noch, wie echte Preußen schweigen,
Wenn zum Abschied wir uns vor Deiner Leistung hier verneigen,
Hast lange warten müssen auf den bedeutenden Augenblick,
Wenn Du zum letzten Male gehst, schau besser nicht zurück!
Warst unsere Jeanne d’Arc in blassblauer Blümchen-Jeans,
Aber die war katholisch, also vergiss es bitte besser wieder!Hast doch gern mit uns gearbeitet, so in jedem Falle schien’s,
Vergiss nicht, bedenke, auch Gymnasiasten hören schlechte Lieder!

  

 

        Hier endet das Abschiedsgedicht,
                                  Es war uns keine läst‘ge Pflicht.
                                  Du warst eine Frau – ein Wort,
                                  Das ist selten hier an diesem Ort!
                                  Nimm mit: Wir haben Dich gern!
                                  Bist halt die hübsche Frau mit rauer Schale – und hartem Kern!

 

 

 

 

 

 


- den LehrerInnen-Chor mit dem Titel "Ulla wird uns heut´verlassen", getextet von Frau Houben-Viethen frei nach dem Volkslied "Auf de Schwäb´sche Eisenbahne" aus dem Württemberg des Jahres 1853 nach der Melodie eines Baseler Soldatenliedes aus der Zeit um 1850:

Ulla wird uns heut´verlassen,
manche können´s gar nicht fassen,
sie geht Richtung Viersen hin,
erhofft sich dadurch mehr Gewinn.

Ulla, Ulla, Ulla, la
Ulla, Ulla, Ulla, la,
sie geht Richtung Viersen hin,
erhofft sich dadurch mehr Gewinn.

Lange zeigte sie Geschi-ick:
in Technik, Mathe und Physi-ik,
war im Lehrerrat aktiv,
stets präsent, wenn man sie rief.

Ulla, Ulla, Ulla, la
Ulla, Ulla, Ulla, la,

war im Lehrerrat aktiv,
stets präsent, wenn man sie rief.

Auch in puncto „Neues schaffen“,
griff sie manchmal zu den „Waffen“,
wollte immer sehr viel tun,
ließ uns selten Zeit zum Ruhn.

Ulla, Ulla, Ulla, la
Ulla, Ulla, Ulla, la,

wollte immer sehr viel tun,
ließ uns selten Zeit zum Ruhn.

Ganz viel Glück für deine Pläne,
fällt auch manchmal eine Träne,
Mut, Gesundheit und Plaisir,
wünschen wir von Herzen dir.

Ulla, Ulla, Ulla, la
Ulla, Ulla, Ulla, la,

Mut, Gesundheit und Plaisir,

wünschen wir von Herzen dir.


Letzte Änderung: 25. Juli 2010


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