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2011 - Alkohol-Projekt der 8. Klassen (Februar 2011)

Sabine Steinbeck
, Beratungslehrerin für Suchtvorbeugung, schreibt dazu:

Koma-Saufen, Vorglühen, Alkoholvergiftung bei Jugendlichen – diese Schlagworte finden sich regelmäßig in Tageszeitungen, Fernsehsendungen und Zeitschriften. Und dabei werden die Betroffenen immer jünger, die Zahl der Krankenhauseinlieferungen steigt und das Problem betrifft zunehmend auch die Mädchen. Um mit unseren Schülern darüber ins Gespräch zu kommen, findet immer im Frühjahr das Projekt zur Alkohol-Suchtvorbeugung für die achte Jahrgangsstufe statt.

 

Doch Wir wollen die Jugendlichen
• über Wirkungsweise und Folgen von Alkoholkonsum aufklären,
• mit ihnen über den Reiz, Alkohol zu trinken, offen sprechen und sie
• bei der Entwicklung einer eigenen Meinung und Stellung zum Thema Alkohol unterstützen.

Und wir möchten auch den Eltern Hilfestellung geben in dieser schwierigen Entwicklungsphase ihrer Kinder, denn das Gleichgewicht zwischen deutlichen Verboten und dem Verständnis für deren Wünsche fällt vielen Vätern und Müttern nicht leicht.
 

Euregionaler Alkoholparcours

Um all diese Aspekte ansprechen zu können, besteht unser Projekt aus mehreren Bausteinen. Im Zentrum steht sicher der „Euregionale Alkoholparcours“, der von Frau van Halbeek (Suchtvorbeugung Kreis Heinsberg) mit Unterstützung von Jugendamtsmitarbeitern, den Biologielehrerinnen und Frau Steinbeck, der Beratungslehrerin für Suchtvorbeugung, im PZ aufgebaut und durchgeführt wird. Hier können sich alle Schüler der 8. Klassen an mehreren Stationen mit sehr viel Spaß mit dem Thema Alkohol befassen.

Dabei dürfen sie an einer Station ihr Wissen in einem Quiz testen, das teilweise in Pantomime-Spielen vollen Körpereinsatz verlangt und außer Köpfchen auch zeichnerisches Talent erfordert. Die Fragen sind dabei zum Teil ganz schön knifflig; oder wissen Sie/ wisst ihr warum Frauen schneller betrunken werden als Männer und Japaner Alkohol so schlecht vertragen? (Die Antworten dazu sind auf den u. g. Internetseiten zu finden.)

Eine weitere Station veranschaulicht mit ganz einfachen Mitteln die Verarbeitung des Alkohols in unserem Körper. Dabei stellt sich dann auch schnell heraus, dass die Meinung „Wer gut isst, wird nicht so betrunken“ so gar nicht stimmt und der Alkoholwert im Blut durch Essen nicht gesenkt wird.

„Daumen rauf oder Daumen runter?“ - Was man so alles unter Alkoholeinfluss anstellt und wie dieses Verhalten von den Jugendlichen bewertet wird, darum geht es in einer anderen Station des Parcours. Auch die Stellung der Eltern zum Alkoholkonsum ihrer Kinder wird hier thematisiert und die Schüler kommen über die Unterschiede schnell ins Gespräch.

Das Highlight ist jedoch sicher die Station, an der mit Hilfe einer Rauschbrille ausprobiert werden kann, was man mit 0,8 ‰ bzw. 1,3 ‰ Alkohol im Blut noch alles kann oder eben nicht kann. Schon beim Gehen durch einen kleinen Parcours gibt es die größten Schwierigkeiten und einen Eimer mit einem Ball zu treffen, wenn man zwei sieht, stellt sich als unmöglich heraus. Dass man betrunken wirklich keine gute Figur macht, können so alle Schüler feststellen und müssen beim verzweifelten Torkeln auch noch das Grinsen der anderen ertragen.

Cocktailabend für Eltern

Abends haben dann auch die Eltern die Gelegenheit, den Parcours kennenzulernen. Nach einem erfrischenden Cocktail – natürlich ohne Alkohol -, den ihnen die Schüler der 8. Klasse unter Mitwirkung der Klassenlehrer sowie der Konrektorin Frau Hanrath und der Beratungslehrerin Frau Humberg zubereiten und servieren, können sie den Parcours im PZ besichtigen und auch selbst ausprobieren. Kriminalhauptkommissar Heitzer, in der Direktion Kriminalprävention zuständig für die Suchtprävention, und Herr Poschen, Suchtexperte der AOK, informieren die Eltern außerdem über die aktuellen Fallzahlen im Kreis Heinsberg. So gaben im Jahr 2012 bei einer Befragung der Jugendlichen der 10. Klassen 40 % der Jungen und 34 % der Mädchen an, in den vergangenen vier Wochen mehrmals betrunken gewesen zu sein. Diese und weitere Zahlen schrecken die meisten Eltern auf und so ergibt sich untereinander und mit den anwesenden Experten eine angeregte Diskussion, in der der Umgang mit den Wünschen der Jugendlichen und das eigene Vorbildverhalten im Mittelpunkt stehen. Klare Grenzen setzen und sich ruhig auch mal unbeliebt machen – so lautet der Rat von Herrn Poschen und Herrn Heitzer dazu.

Anonyme Alkoholiker

Wesentlich ernster als beim Parcours ist die Stimmung der Schüler immer, wenn Jens, ein Mitglied der Anonymen Alkoholiker, von seinem Leben erzählt. Seinen Weg in die Alkoholsucht und seinen Kampf dagegen schildert er in seiner sehr persönlichen Geschichte und die Schüler nehmen die Gelegenheit wahr, ihn zu allen Aspekten zu befragen.

In weiteren Bausteinen des Projekts informiert schließlich Kriminalhauptkommissar Heitzer die Achtklässler über die rechtlichen Bestimmungen rund um den Alkoholkonsum, im Biologie- und Chemieunterricht wird der Frage nachgegangen, welche Getränke wie viel Alkohol enthalten und wie man den Promillewert im Blut bestimmen kann. Im Kunstunterricht gibt es außerdem die Möglichkeit sich künstlerisch mit dem Thema „bunt statt blau“ auseinander zu setzen und sogar noch an einem Wettbewerb teilzunehmen.

Aufgrund der Brisanz des Themas und den durchweg positiven Rückmeldungen aller Beteiligten wird es an unserer Schule auch in den nächsten Jahren wieder das
Projekt zur Alkohol-Suchtvorbeugung für die achte Jahrgangsstufe geben.
 

Angebote im Internet – nicht nur für Jugendliche!

www.bist-du-staerker-als-alkohol.de

www.kenn-dein-limit.de

www.drugcom.de
(Topthema: Wie Alkohol das Gehirn junger Menschen schädigt)

Cocktailrezepte:

http://www.bzga.de/pdf.php?id=395a4b312e8facd7b6a910bf3dc05054


Die Geilenkirchener Zeitung schreibt am 9. Februar 2011:

"Ein Schlüssel-Erlebnis hinter der Rauschbrille
(mabie) | 09.02.2011, 17:38


Im Beisein der Beratungslehrerin in Suchtfragen, Sabine Steinbeck (2.v.r.), mixten die
Schüler der 8. Jahrgangsstufe in der schuleigenen Küche ihren Gästen und sich
alkoholfreie Cocktails. Foto: Markus Bienwald


Übach-Palenberg. Kaffee-Likör? Ein Bierchen? Oder gar einen ausgewachsenen Cocktail gefällig? Zu all dem sagten die Eltern von Schülern der Jahrgangsstufe acht der städtischen Realschule in Übach-Palenberg am Dienstagabend 'Nein'. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, denn auch an diesem Abend wurde in der Schule kein Alkohol ausgeschenkt.
Obwohl es eigentlich ein flotter «Cocktailabend» mit den klangvollen Drinks «Black meets White», «Peaches», «Fresh Jungle» oder «Yellow Submarine» werden sollte. Der Abend war auch flott, Eltern wie Lehrer und auch die Schüler, die für ihre Erzieher und Erziehungsberechtigten vier verschiedene Drinks mixten, hatten auch ohne Alkohol viel Spaß.

Vorschrift gegen Realität

Auch das war ein Baustein der Projektwoche zum Thema «Alkohol» mit dieser Jahrgangsstufe. Die Beratungslehrerin in Suchtfragen, Sabine Steinbeck, und ihr rühriges Team hatten dazu ein pralles Programmpaket geschnürt. «Obwohl es vom Gesetz her kein Thema sein dürfte, ist Alkoholkonsum bei den 13- bis 14-Jährigen ein Thema», weiß sie aus der Praxis. Denn in diesem Alter kursieren nicht nur Geschichten vom Alkoholkonsum im Umfeld der jungen Menschen, sondern sie probieren jetzt auch verbotenerweise etwas aus.

«Das Interesse, darüber zu reden, ist auf jeden Fall sehr groß», so die Biologielehrerin, und natürlich gilt es auch viele Mythen rund um die berauschende Wirkung der Volksdroge zu klären. Das kann sie als Biologielehrerin vor allem aus fachlicher Sicht. Gemeinsam mit ihren Kollegen Gisela Thelen-Graß und Günther Konstanty informierten sie.

Begonnen mit der Zusammensetzung von Alkohol, den Unterschieden zwischen verschiedenen Alkoholika, wie deren Stärke zu ermitteln ist, bis hin zu den Auswirkungen. «Hier hatten wir eine Rauschbrille im Einsatz, deren Wirkung von den Schülern getestet wurde», sagt Sabine Steinbeck.

Dabei kam es auch zu einer «Schlüsselszene», denn natürlich wurde - mit der Rauschbrille auf der Nase - versucht, den fallen gelassenen Schlüsselbund wieder aufzuheben. Neben viel Informationsmaterial sowie der grundsätzlichen Aufklärung darüber, was Sucht eigentlich ist, und der Erklärung durch Ilona van Halbeek, der Beauftragten für Suchtprophylaxe im Kreis Heinsberg, ging die Woche aber noch viel tiefer.

«Der Besuch eines Mitglieds der Anonymen Alkoholiker ging besonders unter die Haut», erinnert sich die Lehrerin. Der Gast schilderte seinen Weg in die Sucht, sein stetes Fallen, seinen Kampf und vor allem all das Persönliche, das an dieser Erkrankung hängt. Dazu hatten die Schüler die Möglichkeit, offen ihre Fragen zu stellen und erfahren, wie die Sucht den Menschen verändert.

Um den Eltern aber nicht nur vorzuführen, wie köstlich und erfrischend Cocktails ohne Alkohol sein können, gab es neben den guten Getränken weitere Informationen. Unterstützt von den Lehrern Maria Peter, Hildegard Houben-Viethen, Stefan Starek, Katrin Werner und Barbara Fontein, die zum Mitmachen beim landesweiten DAK-Plakatwettbewerb «bunt statt blau» aufforderten, kamen noch zwei weitere Fachleute zu Wort.

So erläuterte Friedrich Mathieu vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Heinsberg, was sich rund um die gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Alkohol entwickelt. Klaus Poschen von der AOK im Kreis Heinsberg gehörte neben Friedrich Mathieu zu den Diskussionsteilnehmern über die Thematik «Jugendliche und Alkohol», die gemeinsam mit den Eltern erörtert wurde."
 

Hier die beiden dazugehörigen Zeitungsartikel:


Geilenkirchener Zeitung vom 10. Februar 2011

Stadtzeitung vom März 2011


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Bildimpressionen, hier aus den Klassen 8 b und 8 c vom 4. Februar 2011:

       

                         

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Letzte Änderung: 16. Januar 2017


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