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In der Geschichte der Städtischen Realschule Übach-Palenberg ist es lediglich einmal geschehen, dass zwei Kollegen zum gleichen Zeitpunkt verabschiedet wurden:

Am 30. Januar 1986 die Lehrer:

Walter Vinkeloe, der vom 01. August 1982 bis zum 31. Januar 1986 Lehrer für Deutsch, Geschichte und Sport an unserer Schule war, und Pastor Johannes de Kleine, der vom 04. August 1980 bis zum
16. Januar 1986 evangelische Religion unterrichtete.

Herr Vinkeloe ist leider am 19. Februar 2002 verstorben.

Die Bilderreihe zur Verabschiedung möge auch ihm zum Gedenken gereichen.

Verabschiedungen bringen in vielen Fällen auch hübsche Gesänge und nette Gedichte auf den entsprechenden Abschiedsfeiern mit sich.

Besonders oft und gut hervorgetan hat sich in diesem Bereich unser  Rektor a.D. Walter Dohmen (z.B. 60. Geburtstag Emmi Pelzer), so auch bei der Verabschiedung eines anderen Lehrers, Rüdiger Beine, Lehrer für Deutsch, Kunst und Politik:

Rüdiger Beine gewidmet

Aus Detmold kam er, der Stadt aller Städte
- nur Soest zählt noch ein klein wenig für ihn -
ins Ausland nach Übach. Und ich halte die Wette,
den Barbaren des Grenzraums wollt' bald er entfliehn.

Die Stimme erstarb ihm, sein Antlitz erbleichet,
als er von seinen Kollegen vernahm,
welch' Frevel, welch' Untat die Mannswelt erreichet
zur Fastnacht. Und sein Herz wurde gram.

Fortuna war grausam. Er mußt' es erleiden,
von montags bis freitags, so gegen halb zwei,
sich allein zu versorgen, korrigieren, sich kleiden.
So war denn des öft'ren viel Hektik dabei.

Und kam dann der Freitag, dann lief er noch schneller
- als sonst schon - die Flure und Gänge entlang.
Die Aufsicht, der Schlüssel, jetzt noch in den Keller
zum Kunstraum. Und manchmal nach Atem er rang.

Er dacht' schon an Samstag, den Rasen, die Rosen.
Trotz Konferenz konnt' es anders nicht gehn.
er mußte abholen all seine Hosen,
der Schulleiter hatte das einzusehn.

Stets trieb es ihn vorwärts, er konnt' nichts dran machen,
den Schritten voraus war gar häufig der Sinn.
So auch bei der Drehtür. Mit all seinen Sachen
war er schon draußen, doch der Fuß war noch drin.

Wie einst Odysseus er reich war an Listen;
die schrieb er am Abend und schlief sehr spät ein.
Kein Wunder, daß wir ihn am Morgen vermißten
und fragten: Wo mag denn der Beine wohl sein?

Das fuchst ihn. Er konnt' es nicht länger ertragen,
als Jünger des Morheus einherzugehn.
Drum mußt' er am Telefon das Losungswort sagen
der Liebsten in Detmold um sieben Uhr zehn.

Dies ist jetzt vorüber, er hat nun gut lachen,
die Stadt aller Städte fängt ihn wieder ein.
Wir woll'n ihm zum Abschied das Kompliment machen,
ein guter Kollege gewesen zu sein.

Er gab sich viel Mühe und lehrte die Kinder
gar manches in Kunst, Deutsch, Politik.
Die Schüler und seine Kollegen nicht minder,
sie wünschen ihm für die Zukunft viel Glück.

Übach-Palenberg, im Juli 1982


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Letzte Änderung: 07. August 2009